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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 22:18 
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Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné

Geboren am 5. Februar 1626 in Paris; gestorben am 17. April 1696 auf Schloß Grignan, Provence.

Sie wurde geboren als Marie de Rabutin-Chantal; sie war das einzige überlebende Kind eines Offiziers aus altem, verarmtem burgundischem Adel und einer Mutter aus einer neuadeligen Bankiersfamilie. Die früh Verwaiste wuchs bei Großeltern, später bei einem Onkel mütterlicherseits in Paris auf und erhielt die übliche adelige Mädchenausbildung (Konversation, Singen, Tanzen, Reiten), lernte aber auch Italienisch und etwas Latein und Spanisch und war lebenslang eine Freundin der Literatur. 1644 heiratete sie den Marquis Henri de Sévigné und hatte mit ihm eine Tochter (Françoise Marguerite, * 1646) und einen Sohn (Charles, * 1648). Sie korrespondierte zeitlebens mit zahlreichen Personen, vorwiegend des Adels, vor allem aber mit ihrer Tochter (764 Briefe an sie sind erhalten).

Quelle: Wikipedia


Im Projekt Gutenberg-DE

Ausgewählte Briefe der Marquise de Sévigné

http://gutenberg.spiegel.de/buch/ausgew ... efe-9499/1

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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 22:23 
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Marie de Sévigné - Radio-PODCAST zum anhören

NDR Info - ZeitZeichen - 05.02.2011 19:05 Uhr Autor/in: Kopka, Christiane

Stichtag 05. Februar 1626: Der Geburtstag der französischen Chronisten Marie de Sévigné.

http://www.ndr.de/info/Marie-de-Sevigne,audio62167.html

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Madame de Sévigné ist untröstlich. Acht Tage lang hat sie geweint um ihre Tochter, so heftig, dass die Tränen auf den Boden flossen. Ihr "schöner Engel" Françoise-Marguerite ist dem Ehemann in die Provence gefolgt. "Euer Zimmer bringt mich um. Ich habe einen Wandschirm mitten hineinstellen lassen, damit der Anblick durchs Fenster auf die Stufe, von der ich Euch in die Karosse steigen sah, verstellt sei", wird sie später an die 24-Jährige im 600 Kilometer entfernten Grignan schreiben. "Ich fürchte mich vor mir selbst, wenn ich daran denke, wie ich damals nah daran gewesen bin, mich zu diesem Fenster hinauszustürzen".

Statt aus dem Fenster stürzt sich Marie de Sévigné in die Korrespondenz. Zwei bis drei Briefe pro Woche wird sie der Tochter in den nächsten Jahren schreiben.
Elegante Korrespondenz

Geboren wird Marie de Rabutin-Chantal am 5. Februar 1626 im Pariser Stadtpalais des Großvaters. Vater und Mutter sterben früh. Die reiche Verwandtschaft kümmert sich ausgiebig um die Ausbildung der Waisen, die so zu einer mehrsprachig versierten, kulturell gebildeten und schlagfertigen jungen Frau heranwächst. Aus der Ehe mit Henri de Sévigné, einem jungen Adeligen aus der Bretagne, geht Françoise-Marguerite hervor.

An ihrem 25. Geburtstag wird Marie de Sévigné Witwe und nutzt die neue Freiheit, um abwechselnd in Paris und in ihrem Schloss Les Rochers in der Bretagne Hof zu halten. Schon bald ist sie in den regionalen adeligen Kreisen als Gesprächspartnerin begehrt. Als ihre Tochter das Haus verlässt, lässt sie sie über Briefe an ihrem Leben teilhaben. Sie berichtet vom Hof des Sonnenkönigs, über Feste und Feldzüge, Mätressen und Minister, Skandale und Intrigen ebenso wie über die aktuelle Mode. Und sie tut es auf eine derart leichte und elegante Art und Weise, dass ihre Briefe bis heute entzücken.
Schatz der Weltliteratur

Nie spielt die Marquise de Sévigné mit dem Gedanken, ihre Briefe zu veröffentlichen. Zu stark ist ihre Abneigung dagegen, "von jedermann befingert zu werden". Und doch kursieren die intimen Schriftstücke bereits zu Lebzeiten in Abschriften. Ein früher amüsierter Leser ist Ludwig XIV., der 1661 nach der Verhaftung eines Financiers auf einige ihrer Briefe stößt. Schließlich gibt eine Enkelin die Briefe heraus. Bis heute sind rund 1.100 von ihnen bekannt – ein unermesslich reicher Schatz der Weltliteratur.

Am Ende bringt die besorgte Liebe zu ihrer Tochter Marie de Sévigné doch noch um. Als Françoise-Marguerite schwer erkrankt, zögert sie nicht, auf deren Schloss nach Grignan zu reisen und sie monatelang zu pflegen. Doch die Strapazen zehren die 69-Jährige aus. Sie stirbt 1696 auf dem Schloss ihrer Tochter.

Link:
https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag5204.html


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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 22:34 
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Ein Brief über die Vorbereitungen auf die Hochzeit zwischen Lauzun und la grande Mademoiselle.

Paris, Montag, 15. Dezember 1670 schrieb Madame de Sevigne:

Heute melde ich Ihnen das erstaunlichste, überraschendste, wunderbarste, triumphierendste, betäubendste, unerhörteste, sonderbarste, außerordentlichste, unglaublichste, unvorhergesehenste, größte, kleinste, seltenste, gewöhnlichste, schlagendste, bis heute geheimste, glänzendste, beneidenswerteste Ereignis, kurz ein Ereignis, für das man in den vergangenen Jahrhunderten nur ein Beispiel findet, und zwar ein Beispiel, das nicht einmal paßt; ein Ereignis, das man nicht in Paris, geschweige denn in Lyon glauben kann; ein Ereignis, das jedermann einen Ausruf des Schreckens entlockt; ein Ereignis, das Madame de Rohan und Madame d'Hauterive mit Freude erfüllt; mit einem Wort, ein Ereignis, das sich nächsten Sonntag begeben soll und Montag vielleicht noch nicht vollzogen ist. Ich kann es nicht übers Herz bringen, es Ihnen zu sagen; raten Sie! Ich gestatte Ihnen drei Antworten. Geben Sie auf, es zu finden? Also muß ich es doch sagen? Herr de Lauzun heiratet nächsten Sonntag im Louvre – raten Sie wen? Sie dürfen viermal, zehnmal, hundertmal raten. Ich höre Madame de Coulanges sagen: das ist nicht schwer zu erraten: es ist Madame de la Vallière. – Keineswegs, Madame! – So ist es Mademoiselle de Retz? – Keineswegs; Sie sind doch recht kleinstädtisch. – Wahrhaftig, wir sind doch recht dumm, sagen Sie, es ist Mademoiselle Colbert. – Noch weniger. – So ist es gewiß Mademoiselle de Créqui. – Sie treffen es nicht, und ich muß es doch schließlich sagen: Er heiratet den Sonntag im Louvre, mit der Erlaubnis des Königs, Mademoiselle – Mademoiselle de – Mademoiselle – erraten Sie den Namen! er heiratet Mademoiselle – aufs Wort! auf mein Wort! auf mein Ehrenwort! Mademoiselle, la grande Mademoiselle; Mademoiselle, die Tochter weiland Monsieurs – Mademoiselle, die Enkelin Heinrichs IV, Mademoiselle d'Eu, Mademoiselle de Dombes, Mademoiselle de Montpensier, Mademoiselle d'Orléans, Mademoiselle, die Cousine des Königs, die für den Thron bestimmte Mademoiselle, die einzige Partie in Frankreich, die Monsieurs würdig wäre [Fußnote]. Das ist ein schöner Stoff für die Unterhaltung. Wenn Sie aufschreien, außer sich geraten, wenn Sie behaupten, daß wir gelogen haben, daß das alles nicht wahr ist, daß man sich über Sie lustig macht, daß es ein schlechter Scherz, eine fade Erfindung ist – kurz, wenn Sie uns grob werden, so finden wir, daß Sie recht haben, denn wir haben es ebenso gemacht. Die Briefe, die Ihnen mit dieser Post zukommen, werden Ihnen sagen, ob wir die Wahrheit berichten oder nicht. Adieu!

Wir kennen dieses Geschehnis aus dem Buch Angelique und der König:

Was hat ihm Mademoiselle de Montpensier denn zu bieten?«
»Sie ist die Enkelin Heinrichs IV.!« bemerkte Angélique.
»Das ist immerhin etwas. Aber ich kann mir nicht denken, daß Lauzun sich dazu hinreißen laßt, leichtfertig mit dem Herzen einer Prinzessin königlichen Geblüts zu spielen. Es ist gewiss nur eine seiner kleinen Launen.«
Madame de Roquelaure versicherte indessen, von Laune könne keine Rede sein. Die verliebte Grande
Mademoiselle habe den König bereits um seine Einwilligung zur Heirat mit Lauzun gebeten.
»Und was hat Seine Majestät erwidert?«
»Die übliche Redensart: Wir werden sehen!


Die Grande Mademoiselle:

viewtopic.php?f=8&t=104&p=291#p291

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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 23:22 
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die Freude über die Verlobung zwischen Lauzun und Grande Mademoiselle hat nicht lange gehalten:

An M. de Coulanges

Paris, 19. Dezember 1670

Was sich gestern in den Tuilerien zutrug, das heißt man aus den Wolken fallen, aber ich muß weiter ausholen. Sie sind noch bei der Freude, dem Jubel und dem Entzücken der Prinzessin und ihres glücklichen Liebhabers. Wie Sie also wissen, wurde Montag die Sache bekannt gemacht. Der Dienstag verging unter Plaudern, Erstaunen und Glückwünschen. Am Mittwoch machte Mademoiselle Monsieur de Lauzun eine Schenkung, mit der Absicht, ihm die nötigen Titel, Namen und Würden zu verleihen, damit sie in dem Heiratsvertrag aufgezählt werden könnten, der am selben Tag geschrieben wurde. Sie gab ihm einstweilen, in der Hoffnung auf besseres, vier Herzogtümer: erstens die Grafschaft d'Eu, welche die erste Pairie von Frankreich bildet und den ersten Rang verleiht; das Herzogtum Montpensier, dessen Namen er gestern den ganzen Tag führte; das Herzogtum Saint-Fargeau, das Herzogtum Châtellerault, alles zusammen auf zweiundzwanzig Millionen geschätzt. Dann wurde der Vertrag aufgesetzt, bei dem er den Namen Montpensier annahm. Mademoiselle hoffte, der König werde Donnerstag früh, also gestern, unterzeichnen, wie er es versprochen hatte. Aber gegen 7 Uhr abends, nachdem Seine Majestät von der Königin, von Monsieur und mehreren Graubärten überzeugt worden war, daß diese Heirat seinem Ansehen schaden werde, entschloß er sich, sie rückgängig zu machen. Er ließ Mademoiselle und Monsieur de Lauzun rufen und erklärte ihnen vor dem Prinzen, daß er ihnen völlig verbiete, an diese Heirat zu denken. Monsieur de Lauzun nahm den Befehl mit aller Ehrerbietung, Unterwerfung. Festigkeit und aller Verzweiflung auf, die ein so tiefer Sturz verdiente. Mademoiselle vergoß ihrem Charakter gemäß Tränen, jammerte, schrie und klagte heftig und überließ sich dem leidenschaftlichsten Kummer. Sie blieb den ganzen Tag zu Bett und nahm nichts zu sich als etwas Fleischbrühe. Es ist ein schöner Traum, aber auch ein schöner Stoff für einen Roman oder eine Tragödie, und ganz besonders ein schöner Stoff, um unaufhörlich darüber zu sprechen und zu diskutieren. Das tun wir denn auch Tag und Nacht, spät und früh, unaufhörlich, ohn Ende. Wir hoffen, Sie machen es ebenso. Ich küsse Ihnen die Hände.

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http://gutenberg.spiegel.de/buch/ausgew ... efe-9499/2


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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 23:31 
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An M. de Coulanges

Paris, 24. Dezember 1670

Nun kennen Sie die romantische Geschichte von Mademoiselle und Monsieur de Lauzun. Es ist ein Stoff für eine echte Tragödie, nach allen Regeln des Theaters. Wir haben ihn neulich in Akte und Szenen eingeteilt; wir nahmen vier Tage, anstatt vierundzwanzig Stunden, und da gab es ein vollständiges Stück. Niemals hat in so kurzer Zeit ein solcher Wechsel stattgefunden; noch nie war eine solch allgemeine Aufregung, nie haben Sie eine so außerordentliche Nachricht gehört. Monsieur de Lauzun hat seine Rolle vortrefflich gespielt. Er trug das Unglück mit Festigkeit und Mut, und trotz seines Schmerzes zeigte er die tiefste Ehrfurcht, so daß ihn jedermann bewunderte. Was er verlor, ist unschätzbar, aber des Königs Gunst, die er sich bewahrt hat, ist auch unschätzbar, und seine Aussichten scheinen nicht verzweifelt. Mademoiselle hat sich ebenfalls sehr gut benommen; sie hat sehr viel geweint. Heute hat sie wieder angefangen im Louvre ihre Aufwartung zu machen, sie hatte von dort schon alle Gratulationsbesuche empfangen. Das wäre zu Ende. Adieu.

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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 23:35 
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An M. de Coulanges

Paris, Mittwoch, den 31. Dezember 1670

Ich habe Ihre Antwort auf meine Briefe erhalten. Ich begreife Ihr Erstaunen über alles, was sich vom 15. bis zum 20. dieses Monats zugetragen hat; die Veranlassung war es wohl wert. Ich bewundre auch Ihren Verstand, Ihr richtiges Urteil, als Sie dachten, die große Geschichte könne nicht vom Montag bis zum Sonntag dauern. Die Bescheidenheit verbietet mir, Sie darüber allzusehr zu loben, denn ich habe ganz dasselbe wie Sie gedacht und gesagt. Montag sagte ich zu meiner Tochter: »Es wird nicht bis zum Sonntag währen«, und ich bot eine Wette an, daß die Hochzeit nicht stattfinden würde, obgleich jeder nur an sie dachte. Richtig, Donnerstag bewölkte sich der Himmel, und um zehn Uhr abends entlud sich das Wetter, wie ich Ihnen schon mitgeteilt habe. An demselben Donnerstag ging ich um neun Uhr früh zu Mademoiselle, da ich gehört hatte, sie werde Paris verlassen, sich auf dem Land trauen lassen, und der Koadjutor von Reims werde die Trauung vollziehen. Mittwoch abend war der Beschluß gefaßt worden, denn die Trauung im Louvre vorzunehmen, war gleich am Dienstag aufgegeben worden. Mademoiselle schrieb gerade; sie ließ mich eintreten, vollendete ihren Brief, und dann mußte ich neben ihrem Bett niederknien. Sie erzählte mir, an wen sie schrieb und warum und von den schönen Geschenken, die sie am Tag vorher gemacht, und von dem Namen, den sie verliehen hatte, und daß es keine Partie für sie in Europa gebe und daß sie sich verheiraten wolle. Sie erzählte mir Wort für Wort eine Unterredung, die sie mit dem König gehabt hat; sie schien mir von dem Gedanken, daß sie einen Mann beglücke, selbst ganz hingerissen. Sie sprach voll Zärtlichkeit von den Verdiensten und der Dankbarkeit Monsieur de Lauzuns. Auf all das antwortete ich ihr: »Mein Gott, Mademoiselle, wie glücklich sind Sie! aber warum haben Sie nicht am Montag gleich die Sache zu Ende gebracht? Denken Sie auch daran, daß eine so lange Verzögerung dem ganzen Königreich Zeit läßt zu schwätzen, und daß es Gott und den König versuchen heißt, eine so außerordentliche Sache so lange hinauszuschieben?« Sie sagte mir, ich hätte recht, aber sie war so voll Vertrauen, daß meine Worte nur geringen Eindruck auf sie machten. Sie kam auf die Familie und die guten Eigenschaften Monsieur de Lauzuns zu reden. Ich sagte ihr die Verse Sévères aus »Polyeucte«:

Doch kann man ihre Wahl mit nichten tadeln,
Das Blut der Kön'ge fließt in ihren Adern.

Sie umarmte mich innig. Unsre Unterhaltung dauerte eine Stunde; es ist unmöglich, sie ganz wiederzugeben, aber ich war ihr während der ganzen Zeit sicherlich sehr angenehm gewesen, ich darf es ohne Eitelkeit sagen, denn sie war glücklich, mit jemand sprechen zu können, ihr Herz war zu voll. Um zehn Uhr widmete sie sich dem übrigen Frankreich, das seine Glückwünsche darbringen kam. Sie wartete den ganzen Vormittag auf Nachrichten, und bekam keine. Nachmittags unterhielt sie sich damit, selbst die Wohnung Monsieur de Montpensiers herrichten zu lassen. Was sich dann am Abend zutrug, wissen Sie. Am folgenden Tag, einem Freitag, ging ich zu ihr und fand sie im Bett. Sie weinte nur lauter bei meinem Anblick, rief mich, küßte mich und benetzte mich mit ihren Tränen. Dann sagte sie: »Ach, erinnern Sie sich an das, was Sie mir gestern sagten? Oh, welch grausame Klugheit! Ja, die Klugheit!« Sie weinte so heftig. daß ich auch weinen mußte. Ich bin noch zweimal seitdem bei ihr gewesen; sie ist sehr bekümmert und hat mich immer wie jemand behandelt, der ihren Schmerz mitfühlt und sie hat sich nicht getäuscht. Ich habe bei der Gelegenheit Gefühle entdeckt, die man sonst nicht für Personen solchen Rangs empfindet. Doch das unter uns zweien und Madame de Coulanges, denn sie verstehen, daß diese Plauderei für andre geradezu lächerlich wäre. Adieu.

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BeitragVerfasst: 21 Dez 2017, 23:37 
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Marquise de Sévigné beim Briefe schreiben:

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Original Brief:
(sehr schöne Schrift hat sie nicht gehabt, dafür war sie aber Geistreich :mrgreen: )

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Kleiner Auszug aus dem Brief an Ihre Tochter:

An Mme. de Grignan [Fußnote]

27. Februar 1671

Es ist wahr, die Schönheit, in der Du aufgewachsen bist, ist eine Würde, aber auch eine Bürde. Wenn Du nicht schön wärst, könntest Du Dich ausruhen; da gilt's zu wählen. Aber ich fürchte deine Trägheit, laß Dich von ihr nicht zu sehr beeinflussen: es gibt nichts Liebenswerteres als Schönheit; sie ist ein Geschenk Gottes, das man bewahren muß. Du weißt, wie lieb mir Deine Schönheit ist; meine Eigenliebe kommt dabei ins Spiel, und es ist Egoismus, wenn ich sie Dir empfehle. Ich hoffe, man wird mich in der Provence für sehr geschickt halten, daß ich ein so hübsches, sanftes und regelmäßiges Gesicht zustandegebracht habe. Du bist ärgerlich, daß Deine Nase nicht schief ist, und ich, die ich Ordnung liebe, bin darüber entzückt.

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